Neue Domain: xHamster.desi statt xHamster.com

This photograph taken on May 24, 2022 in Toulouse shows screens displaying a minor child sign and the logo of the pornographic site Xhamster. - The judicial examination of Arcom request against porn sites has been postponed to one month, on May 24, 2022. Arcom media regulator requests five pornographic sites to be blocked as they are not preventing the exposure of minors to their content, and French telecom operators to block access to the pornographic sites. (Photo by Lionel BONAVENTURE / AFP)

Das Internet hat viele Vor- und Nachteile. Erotische Inhalte sind dabei ein zweischneidiges Schwert, denn während sich Erwachsene über die florierende Branche freuen, steht ein anderer Punkt oft harsch in der Kritik: Der Jugendschutz. In Deutschland gehört xHamster seit 2007 zu den Ikonen, wenn es um Adult-Videos oder sogar Live-Cams geht. Allen bekannt sollte die Website xHamster.com sein. Aber die hat ein neues Gewand oder sagen wir besser eine neue Domain Endung bekommen. Ab sofort findest du den Porno Anbieter unter xHamster.desi! Die Macher von xHamster hatten anscheinend keine Lust mehr zu dem Katz und Maus Spiel mit dem Jugendschutz.

Der Trubel mit xHamster beginnt von vorn

Während das Portal schon die letzten Jahre für Aufruhr sorgte, dreht sich das Hamsterrad um xHamster erneut. Nachdem die Plattform einer ordnungsgemäßen Alterskontrolle zum wiederholten Male nicht nachkam, gab es für die Landesanstalt für Medien NRW nur noch einen Ausweg: Eine Sperrung für die vorhandene xHamster Domain mit „de“ zu verhängen. Ein Schachzug, den die Betreiber des Portals mit einem müden Lächeln parierten. Denn seit Neuestem ist die Website mit pornografischem Inhalt nicht mehr unter xHamster.com zu finden, sondern unter xHamster.desi.

Im März verschwand die für Deutschland bereitgestellte Domain mit „de“ – dafür tauchte sie mit „deu“ auf. Zudem ist das nicht die einzige Domain, unter der xHamster erreichbar ist, was vielmehr einem Kampf gegen Windmühlen gleicht. Der Firmensitz der Seite befindet sich übrigens auf Zypern, wodurch die Inhaber nicht einmal greifbar sind. Im Laufe dieses Prozederes trat die Landesanstalt für Medien NRW sogar schon an Netzbetreiber wie Telekom oder Vodafone. Da es sich dabei jedoch um unbeteiligte Dritte handelte, konnte auch an dieser Front der Kampf gegen xHamster nicht gewonnen werden. Der letzte Schritt: Die im März erfolgte Sperrung und die anschließende Erkenntnis, dass es direkt in die nächste Runde geht. Aber die Macher von Xhamster haben sich schnell etwas Neues einfallen lassen. Aus xHamster.com wurde jetzt xHamster.desi. Diese Endung ist noch nicht so weit verbreitet, aber der Anbieter xHamster geht somit wieder einer bevorstehenden Sperrung aus dem Weg. Offiziell hat sich xHamster bisher nicht zu dem Domain Wechsel geäußert, weshalb man nur mutmaßen kann, was das Ziel der Änderung war.

 


Medienanstalt fordert im Kampf gegen xHamster mehr gesetzliche Regularien

Der Direktor der Landesanstalt für Medien, Tobias Schmid, äußerte sich im Interview mit Spiegel wie folgt: „Wenn wir also Kinder im Netz schützen sollen, wäre es ganz hilfreich, wenn man uns funktionierende gesetzliche Grundlagen geben würde.“, wobei er sich ganz eindeutig an die Gesetzesgeber richtet. Es sei wie „…, mit einem Messer in die Schießerei zu gehen.“, äußerte er sich weiterhin.

Der Vergleich mit dem Urheberrecht – damit würde so etwas nicht passieren

Bei dem Fall xHamster wird sogar ein Vergleich mit dem gesetzlichen Urheberrecht aufgestellt, die beim Medienrecht allerdings nicht greifen. Hier würde eine Sperrung der Inhalte domainübergreifend funktionieren und direkt für alle Webseiten mit diesem Content gelten. Demnach wäre xHamster gezwungen, alle derzeitigen Seiten ohne ausreichenden Jugendschutz aus dem Netz zu nehmen. Hier wäre schließlich nicht die Domain Ansatz, sondern direkt der gesamte erotische Content, bei dessen Sperrung die Domains automatisch implizieren würde.

Vielleicht ein Happy End für weitere Happy Ends auf Xhamster?

Nach den vergeblichen Sperrungen und dem scheinbar unendlichen Kampf gegen xHamster scheint sich das Blatt jetzt zu wenden. Während die letzten Kommunikationsversuche ins Leere gingen, habe man nun immerhin einen konkreten Ansprechpartner in Zypern. Auch dort gibt es eine Medienaufsichtsbehörde, in deren Zuständigkeitsbereich es fällt, die EU-Richtlinie umsetzen, wenn es um Content im Online-Bereich geht.

Das könnte bedeuten, dass der Spießrutenlauf seitens des Betreibers endlich ein Ende haben könnte. Demzufolge müsste xHamster die Domain nicht mehr so oft wechseln, wie die Darstellerinnen ihre Dessous.

Auch Eltern können ihren Teil dazu beitragen

Es ist sichtlich einfach, die Verantwortung auf die Medien abzuwälzen und sich somit die Hände in Reinheit zu waschen. Allerdings obliegt es auch den Eltern, rechtzeitig Gespräche mit ihren Kindern zu führen und sie über solche Inhalte aufzuklären. Immerhin leben wir heutzutage in einer Welt, in der erotischer Content 24/7 bereitsteht und über verschiedene Geräte konsumiert werden kann. Sei es xHamster oder sonstige Portale, die Adult-Videos als Inhalte zur Verfügung stellen – sie sind nicht mehr wegzudenken. Es bringt also nichts, auf die Branche zu schimpfen – es ist vielmehr von Bedeutung, beim Nachwuchs ab einem gewissen Alter für ein gesundes Bewusstsein für den Umgang mit der digitalen Welt zu sorgen. Das gilt aber nicht nur für den Bereich der Erwachsenenvideos, sondern auch im Umgang mit Games und anderen Inhalten.